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WELCHE PFLICHTEN HABEN HERSTELLER BEIM DDP?

Hersteller nehmen beim DPP eine zentrale Rolle ein – insbesondere dann, wenn sie ein betroffenes Produkt auf dem EU-Markt in Verkehr bringen. Zu den relevanten Aufgaben können je nach produktspezifischer Regulierung gehören:
 
  • erforderliche Produktdaten erfassen und bereitstellen
  • Vollständigkeit und Qualität der Daten sicherstellen
  • Informationen während des relevanten Produktlebenszyklus aktuell halten
  • vorgeschriebene Daten zugänglich machen
  • den erforderlichen Datenträger am Produkt, an der Verpackung oder in begleitenden Unterlagen bereitstellen
  • technische und regulatorische Anforderungen an den DPP berücksichtigen
Damit wird der DPP schnell zu einer Daten- und Integrationsaufgabe.
Produktinformationen liegen in vielen Unternehmen heute verteilt in PIM, ERP, DAM, E-Commerce-Systemen, Lieferantenportalen oder Excel-Dateien. Für eine skalierbare DPP-Umsetzung müssen diese Daten identifiziert, strukturiert und zuverlässig zusammengeführt werden.
 

WELCHE PFLICHTEN HABEN HÄNDLER & ONLINEHÄNDLER?

Auch für Händler und E-Commerce-Unternehmen wird der Digitale Produktpass relevant. Die ESPR sieht unter anderem vor, dass Kunden Zugang zu bestimmten DPP-Informationen erhalten. Die konkrete Ausgestaltung wird durch die jeweils anwendbaren Regelungen für die Produktgruppe bestimmt.
 
Für Händler bedeutet das: Sie müssen frühzeitig prüfen, welche Anforderungen für die von ihnen angebotenen Produkte gelten und wie der DPP in bestehende Verkaufsprozesse integriert werden kann.
 
Im E-Commerce stellt sich beispielsweise die Frage:
Wie wird der Digitale Produktpass in Produktdetailseiten, Onlineshops und digitale Customer Journeys eingebunden?
Der DPP ist deshalb nicht ausschließlich ein Compliance-Thema. Er berührt auch Produktdatenmanagement, E-Commerce, UX und Customer Experience.

WELCHE ABTEILUNGEN SOLLTEN BEIM DDP ZUSAMMENARBEITEN?

Der Digitale Produktpass ist kein reines IT- oder Compliance-Projekt.
Eine erfolgreiche Umsetzung betrifft häufig mehrere Fachbereiche:
IT & Digitalisierung
Systemarchitektur, Schnittstellen, PIM, ERP und Datenflüsse
PRODUKTMANAGEMENT
Produktattribute, Datenqualität und Produktinformationen
COMPLIANCE
regulatorische Anforderungen, Dokumentation und Nachweise
 
Nachhaltigkeit
Material-, Umwelt- und Kreislaufwirtschaftsdaten
E-Commerce & Marketing
Produktdarstellung, digitale Touchpoints und Customer Experience
Service & After-Sales
Wartung, Reparatur, Ersatzteile und Lifecycle Services
Unternehmen sollten deshalb frühzeitig Verantwortlichkeiten definieren und den DPP als bereichsübergreifendes Datenprojekt verstehen.

FAQ: HÄUFIGE FRAGEN ZU BETROFFENHEIT UND PFLICHTEN

Ein PIM ist nicht pauschal gesetzlich vorgeschrieben. Bei umfangreichen Sortimenten und komplexen Produktdaten kann ein Product Information Management jedoch eine wichtige technische Grundlage bilden, um DPP-relevante Informationen zentral zu strukturieren, zu pflegen und automatisiert bereitzustellen.

Der konkrete Datenumfang hängt von der jeweiligen Produktgruppe und den geltenden Rechtsvorschriften ab. Je nach Produkt können beispielsweise Informationen zu Produktidentifikation, Materialien, Herkunft, Nachhaltigkeit, Nutzung, Reparatur oder Recycling relevant sein.

Nein. Es gibt keinen einheitlichen Stichtag für alle Produktgruppen. Für bestimmte Batteriekategorien wird der Batteriepass ab dem 18. Februar 2027 verpflichtend. Weitere DPP-Anforderungen werden schrittweise und produktgruppenspezifisch konkretisiert.

Importeure können ebenfalls zu den relevanten Wirtschaftsakteuren gehören. Besonders wichtig ist dies bei Produkten von Herstellern außerhalb der EU, die auf dem europäischen Markt angeboten werden.
 

Ja, Händler können DPP-relevante Pflichten haben. Welche Anforderungen konkret gelten, hängt von Produktgruppe und Marktrolle ab. Für Onlinehändler ist insbesondere die digitale Zugänglichkeit relevanter Produktinformationen ein wichtiges Thema.

Welche Wirtschaftsakteure für die Erstellung und Bereitstellung verantwortlich sind, hängt von der jeweiligen Produktgruppe, der Marktrolle und dem geltenden Rechtsakt ab. Eine zentrale Verantwortung liegt grundsätzlich bei dem Wirtschaftsakteur, der das betreffende Produkt auf dem EU-Markt in Verkehr bringt.
 
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